Anlässlich der Zwischenwahlen in den USA (Midterms) haben die Stimmberechtigten der amerikanischen Hauptstadt Washington D.C. mit einer deutlichen Mehrheit von 73,3 % einem Verbot der Herstellung, des Verkaufs und des kommerziellen Vertriebs von Stopfleber oder anderen durch Zwangsfütterung erzeugten Produkten zugestimmt.
Vorgesehen sind Geldbussen von 1’000 bis 5’000 Dollar pro Verstoss. Bei wiederholten Verstössen sind zusätzliche Sanktionen möglich, die bis zur Aussetzung oder zum Entzug von Geschäftslizenzen reichen können.
Auch die Stimmberechtigten von Denver im Bundesstaat Colorado haben am selben Tag einer Initiative zugestimmt, die den Verkauf von Stopfleber und ihre Herstellung durch Zwangsfütterung verbieten soll.
Das Verbot könnte ab Sommer 2027 in Kraft treten, vorbehaltlich der Prüfung des Gesetzestextes durch den US-Kongress. Rechtliche Einwände werden bereits erwogen, unter anderem vom Hersteller Hudson Valley Foie Gras, der der Ansicht ist, dass Washington den Verkauf eines Produkts, das in einem anderen US-Bundesstaat legal hergestellt wurde, nicht verbieten dürfen sollte.
«Sollten Regierungen die Macht haben, darüber zu entscheiden, was wir essen dürfen? Genau darum geht es hier», hatte Jordan Grinor, Direktor von Hudson Valley Farms, bereits früher erklärt.
Diese Frage, die auch in der Schweiz bei den Debatten über Stopfleber immer wieder als rhetorisches Argument vorgebracht wird, soll verhindern, dass die eigentliche Frage beantwortet werden muss: Ist es vertretbar, Tiere für einen blossen Gaumengenuss leiden zu lassen?
Sind wir tatsächlich so egoistisch, dass wir ein paar Minuten Genuss über das wochenlange Leiden eines Tieres stellen?
Unsere Küche bietet genügend geschmackliche Vielfalt, um auf Produkte verzichten zu können, für deren Herstellung Tiere misshandelt werden müssen. Auf Stopfleber können wir verzichten.

