Recherche zu Stopfleber
Tierquälerei bleibt die Regel bei der Stopfleber-Produktion
Aufnahmen, die 2025 in Frankreich gemacht wurden, erinnern daran, dass die Produktion von Stopfleber weiterhin mit Tierleid verbunden ist – auch in den sogenannten «kleinen traditionellen Betrieben».
Im Jahr 2025 beauftragten die Stiftung Animal Trust & Farm Sanctuary die Fotojournalistin und Filmemacherin Rebecca Loviconi mit einer Recherche zur Stopfleber-Produktion in Frankreich. Diese Untersuchung wurde im Rahmen der «Stopfleber»-Initiative durchgeführt.
Die Recherche ermöglichte Film- und Fotoaufnahmen in mehreren französischen Betrieben in der Region Dordogne (Périgord), einem der weltweit grössten Produktionsgebiete für Stopfleber. Sie konzentrierte sich besonders auf die «kleinen Produzenten» von handwerklich hergestellter Stopfleber. Obwohl die Stopfleber-Produktion mittlerweile nahezu industriell ist und das «handwerkliche» Segment nur noch etwa 5 % der Verkäufe ausmacht, werden gerade diese Produzenten von Stopfleber-Liebhabern gerne als Beispiel genannt – in der Überzeugung, dass in kleinen Betrieben die Tiere beim Gavage nicht leiden würden.
Es sei daran erinnert, dass die Bezeichnung «Stopfleber» geschützt ist und nur Lebern, die aus Zwangsfütterung stammen, unter diesem Namen verkauft werden dürfen. Die Gesetzgebung schreibt zudem Mindestgewichte der Lebern vor, die für diese Bezeichnung erreicht werden müssen – Gewichte, die nur durch Zwangsfütterung erzielt werden können.
Angst, Stress und Vermeidungsverhalten: Auch «handwerkliches» Gavage bleibt Tierquälerei
Liebhaber von Stopfleber verweisen häufig auf «kleine Produzenten», deren Hof sie besucht hätten, oder auf Tiere, die in grossen Aussenbereichen leben und dem Landwirt angeblich gerne aus der Hand fressen. Viele Tiere haben tatsächlich Zugang zu Aussenbereichen (wo das Futter für den Landwirt kostenlos ist), aber dies betrifft nur die erste Phase: Die Tiere werden dort vom Alter von wenigen Tagen bis etwa drei Monaten gehalten, bevor sie für die Zwangsfütterungsphase eingesperrt werden.
Foto des Metallrohrs (Embuc), das zur Zwangsfütterung der Tiere verwendet wird.
Der Embuc wird bis in den Kropf (Teil der Speiseröhre) des Tieres eingeführt, um eine grosse Menge Futter – bestehend aus Mais, Wasser und Zusatzstoffen – gewaltsam einzuspritzen. Diese sehr energiereiche und unausgewogene Mischung soll die Leber so schnell wie möglich vergrössern. Zwischen 450 g und 1 kg Futter werden bei jeder Fütterung eingebracht.
Selbst in den Betrieben der «kleinen Produzenten», in denen die Tiere in kleinen Gehegen zwangsernährt werden, zeigen die Bilder Tiere, die versuchen, der Zwangsfütterung zu entkommen.
Während der Phase der Zwangsfütterung sind die Tiere stets eingesperrt, um jeden Gewichtsverlust zu verhindern. Die «Glücklichsten» – meist die Gänse, die nur etwa 5 % der Stopfleber-Produktion ausmachen – werden in kleinen Gehegen gehalten.
Die Mehrheit der Tiere wird in kleinen Gruppenkäfigen gehalten. Einzelkäfige sind seit 2010 aufgrund einer europäischen Empfehlung grundsätzlich nicht mehr zulässig.
Der Platzmangel erleichtert die Zwangsfütterung, da der für das Gavage zuständige Arbeiter jedes Tier schneller greifen kann.
Das Gavage findet zweimal täglich bei Enten und dreimal täglich bei Gänsen statt und wird in der Regel über einen Zeitraum von 10 bis 18 Tagen wiederholt.
Um ein Produkt «Stopfleber» nennen zu dürfen, verlangt die europäische Gesetzgebung, dass die Tiere «so gefüttert werden, dass eine fettige Zellhypertrophie der Leber entsteht». Sie schreibt auch Mindestgewichte vor (300 g für Entenlebern und 400 g für Gänselebern), die nur durch Zwangsfütterung zu erreichen sind.
Die Funktion einer fettüberladenen Leber ist gestört, und das Tier hat Schwierigkeiten, seine Körpertemperatur zu regulieren. Die Vögel können unter Durchfall und Hecheln (Hyperventilation) leiden.
Die Tiere verlassen die Fütterungshallen erst wieder zur Schlachtung. Zu diesem Zeitpunkt wiegt ihre Leber durchschnittlich 600 g bei Enten und 900 g bei Gänsen, während ihre Lebern im natürlichen Zustand nur etwa 100 g bzw. 150 g wiegen.
Fotos und Videos © Rebecca Loviconi / For The Animals GmbH and Animal Trust & Farm Sanctuary.
