Nach Indien, das bereits 2014 die Einfuhr, die Herstellung und den Verkauf dieses Produkts verboten hat, ergreift nun auch Brasilien aus Gründen des Tierschutzes eine vergleichbare Maßnahme.
Der brasilianische Präsident Lula da Silva hat am 24. Juli das Gesetz 90/2020 verkündet, das am 28. April 2026 von der Kommission für Verfassung und Justiz (CCJ) der Abgeordnetenkammer verabschiedet worden war. Begründet wurde dies damit, dass die für die Stopfleberproduktion eingesetzte Zwangsfütterung die Sterblichkeitsrate der Tiere im Vergleich zu anderen Haltungsformen um das 25-Fache erhöht.
Die brasilianischen Stopfleberproduzenten müssen ihre Tätigkeit einstellen, und gehobene Restaurants werden das Produkt von ihren Speisekarten streichen müssen. Verstöße gegen das Gesetz, das in sechs Monaten in Kraft tritt, können mit Freiheitsstrafen von drei Monaten bis zu einem Jahr sowie mit Geldbußen und weiteren Verwaltungssanktionen geahndet werden.
Auch die Schweiz wird sich bald über ein Verbot der Foie-gras-Importe aussprechen. Die Volksabstimmung über die Initiative dürfte im Februar oder Juni 2027 stattfinden.
Die Stopfmast ist in der Schweiz aus Gründen des Tierschutzes bereits seit mehr als 40 Jahren verboten. Die Initiative fordert ein Verbot der Importe von Foie gras aus Zwangsfütterung.
Französische Stopfleberproduzenten sind empört
Diese Entscheidung hat den Unmut der französischen Produzenten hervorgerufen, die von einem «ersten Verstoß» gegen das kürzlich geschlossene Freihandelsabkommen zwischen der Europäischen Union und den Mercosur-Staaten sprechen. Der Branchenverband der Produzenten, das Comité interprofessionnel des palmipèdes à foie gras (Cifog), hatte die Europäische Union vergeblich zu einem diplomatischen Eingreifen aufgefordert, um die Verkündung des Gesetzes durch Präsident Lula zu verhindern. Brasilien galt für die französischen Stopfleberproduzenten seit mehreren Jahren als Wachstumsmarkt mit einem jährlichen Umsatz von nahezu einer Million Euro. Nun verschließt das Land ihnen im Namen des Tierschutzes seine Türen.
Das von Präsident Lula da Silva verkündete Gesetz verbietet die Zwangsfütterung von Tieren – unabhängig davon, ob sie mechanisch oder von Hand erfolgt –, deren Ziel es ist, die Tiere zum Verzehr von Nahrung «über ihr natürliches Sättigungsgefühl hinaus» zu bewegen.

