Brasilien wird Foie gras aus Gründen des Tierschutzes verbieten

19. Mai 2026

Brasilien wird die Produktion und den Konsum von Foie gras aus Gründen des Tierschutzes verbieten.

Der Gesetzentwurf PL 90/2020, eingebracht vom Senator Eduardo Girão, wurde am 28. April 2026 von der Kommission für Verfassung und Justiz (CCJ) der Abgeordnetenkammer angenommen. Die neuen Bestimmungen, die nach ihrer Verkündung durch den amtierenden Präsidenten Lula in Kraft treten werden, verbieten den Verkauf und die Produktion von Foie gras aus Stopfmast, die als Tierquälerei angesehen wird.

Brasilien, das von den französischen Foie-gras-Produzenten seit mehreren Jahren als aufstrebender Markt betrachtet wird, steht nun kurz davor, ihnen im Namen des Tierschutzes seine Türen zu schliessen. Auch die lokalen Foie-gras-Produzenten in Brasilien werden ihre Tätigkeit einstellen müssen, und Luxusrestaurants werden dieses Produkt von ihren Speisekarten streichen müssen.

Die Stadt São Paulo war 2015 die erste, die Foie gras verboten hatte, bevor diese Entscheidung im folgenden Jahr von der brasilianischen Justiz aufgehoben wurde. Die brasilianischen Gastronomen verteidigten Foie gras als ein «kulturelles Instrument der Weltgastronomie» und erklärten, ein Verbot würde dem Image São Paulos schaden, das als eines der drei wichtigsten gastronomischen Reiseziele der Welt gilt.

Auch die Schweiz wird sich bald über ein Verbot der Foie-gras-Importe aussprechen. Die Volksabstimmung über die Initiative dürfte im Februar oder Juni 2027 stattfinden.

Die Stopfmast ist in der Schweiz aus Gründen des Tierschutzes bereits seit mehr als 40 Jahren verboten. Die Initiative fordert ein Verbot der Importe von Foie gras aus Zwangsfütterung.