28.6.2022: Lancierung der Stopfleber-Initiative durch die Alliance Animale Suisse (AAS), die die beiden Organisationen Animal Trust und Animal Équité (AAE) sowie den Verein Wildtierschutz Schweiz vereint, mit Unterstützung von ATRA, Swissveg, VGT, Animal Rights Switzerland, Pro Nutz Tier, Stop Gavage Suisse, SOS Chats Noiraigue, La Colline aux Lapins sowie rund einem Dutzend weiterer Organisationen.
Die Stopfleber-Initiative verlangt ein Verbot der Einfuhr von Stopfleber aus Zwangsfütterung. Die Zwangsfütterung ist in der Schweiz seit über 40 Jahren verboten, da sie den Tieren grosses Leid zufügt.
5.4.2023: Mitteilung des Bundesrates, in der angekündigt wird, eine Deklarationspflicht für Stopfleberprodukte einzuführen, um die Konsumentinnen und Konsumenten darüber zu informieren, dass die Zwangsfütterung in der Schweiz verboten ist.
28.12.2023: Einreichung der Stopfleber-Initiative bei der Bundeskanzlei.
20.2.2024: Die Bundeskanzlei bestätigt das Zustandekommen der Stopfleber-Initiative mit 102 478 gültigen Unterschriften.
5.4.2024: Mitteilung des Bundesrates, in der angekündigt wird, die Stopfleber-Initiative abzulehnen und eine Deklarationspflicht für Produkte aus Zwangsfütterung vorzubereiten.
20.11.2024: Pressekonferenz des Bundesrates, in der er den beiden eidgenössischen Räten (Nationalrat und Ständerat) empfiehlt, die Stopfleber-Initiative ohne direkten oder indirekten Gegenvorschlag abzulehnen. Um dem Anliegen der Initiantinnen und Initianten dennoch Rechnung zu tragen, sieht er vor, dass Produkte aus Zwangsfütterung einer Deklarationspflicht unterstellt werden, um Transparenz für die Konsumentinnen und Konsumenten zu gewährleisten. Der Bundesrat beabsichtigt, dies auf dem Verordnungsweg zu regeln.
18.12.2024: Organisation einer vergleichenden Degustation von Stopfleber und «Foie d’or», einem ohne Zwangsfütterung hergestellten Produkt, durch das Initiativkomitee in der Galerie des Alpes im Bundeshaus für Parlamentarierinnen und Parlamentarier sowie Medien. Gemäss einem der anwesenden Journalisten: «Man könnte zu einer gleichwertigen geschmacklichen Qualität der beiden Produkte gelangen.»
30.1.2025: Anhörung des Initiativkomitees durch die Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur des Nationalrates (WBK-N) zur Vorstellung der Stopfleber-Initiative.
21.2.2025: Die WBK-N beschliesst, die parlamentarische Initiative 25.404 einzureichen, um einen indirekten Gegenvorschlag zur Stopfleber-Initiative auszuarbeiten.
28.4.2025: Die Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur des Ständerates (WBK-S) genehmigt den Entscheid der WBK-N zur Ausarbeitung eines Gegenvorschlags mit 8 Stimmen bei 0 Gegenstimmen und 2 Enthaltungen.
1.7.2025: Inkrafttreten der neuen Bestimmungen zur Kennzeichnung von Stopfleber enthaltenden Produkten (Artikel 36, Ziffer 3, Absatz 6 LGV und Anhang 2 LGV) in der Verordnung über Lebensmittel und Gebrauchsgegenständeverordnung (LGV) sowie in der Verordnung des EDI betreffend die Information über Lebensmittel (LIV). Die Etiketten müssen die Angaben «Von zwangsernährten Gänsen gewonnen.» bzw. «Von zwangsernährten Enten gewonnen.» tragen. Die neuen Bestimmungen sind mit einer Übergangsfrist von zwei Jahren versehen.
3.11.2025: Eröffnung der Vernehmlassung durch die WBK-N bis zum 7. Dezember 2025 zum indirekten Gegenvorschlag zur Stopfleber-Initiative. Dieser sieht ein Monitoring der gewerblichen Stopfleberimporte sowie mögliche Massnahmen zur Einschränkung der Importe vor, falls die Deklarationspflicht wirkungslos bleibt. Der Text enthält jedoch weder klare Massnahmen noch einen Zeitplan, der ein Ende der Importe ermöglichen würde.
7.12.2025: Stellungnahme des Initiativkomitees, das den Gegenvorschlag ablehnt, da keine Bestimmung eine tatsächliche Lösung des ethischen Problems der Stopfleberimporte ermöglicht.
29.1.2026: Veröffentlichung des Vernehmlassungsberichts und der 62 Stellungnahmen der Kantone und Organisationen zum Gegenvorschlag zur Stopfleber-Initiative. Trotz nahezu einhelliger Kritik nimmt die WBK-N nur wenige geringfügige Anpassungen an ihrem Gegenvorschlag vor, den sie dem gesamten Nationalrat zur Abstimmung unterbreitet.

